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Geschichte Libanons : Nach der Unabhängigkeit
Fotografien Libanon

Der Libanon in seiner heutigen Form geht auf das Frankreich 1920 zuerkannte Völkerbundmandat über Syrien und Libanon zurück. Die Provinz Mont Liban wurde durch die Küstenstädte Beirut, Tripolis und Sidon sowie durch die muslimischen Regionen im Süden und die Beka im Norden zum Gran Liban erweitert und 1926 mit einer Verfassung versehen. 1943 erhielt der Libanon seine Unabhängigkeit, die alte Verfassung wurde im Wesentlichen übernommen.

Nach der Unabhängigkeit
Arabisch-muslimische Nationalisten forderten nach der Unabhängigkeit die Rückgabe der Küsten- und Randgebiete an Syrien. In dem so genannten Nationalpakt von 1947, einer ungeschriebenen Kompromissformel, einigte man sich darauf, den neuen Mehrheitsverhältnissen, inzwischen befanden sich die muslimischen Bürger in der Mehrheit, Rechnung zu tragen, indem der Libanon als arabisches Land anerkannt wurde.

Gleichzeitig sollte Neutralität gegenüber den anderen arabischen Staaten gewahrt werden. Angesichts des expansionistischen Panarabismus der Nasser-Regierung wandte sich die libanesische Regierung stärker dem Westen zu. 1957 kam es über die Neutralitätsfrage zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die 1958 zu ersten bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen führten. Die muslimische panarabische Opposition wurde dabei von der Vereinigten Arabischen Republik, die aus der Vereinigung von Syrien und Ägypten hervorgegangen war, mit Waffenlieferungen unterstützt. Der maronitische Präsident Schamun ersuchte die USA erfolgreich um eine Truppeninvasion, die allerdings von lediglich symbolischer Bedeutung blieb. Die Krise endete, ohne dass eine Partei sich hatte entscheidende Vorteile verschaffen können.

1967 begannen palästinensische Guerillas vom Libanon aus militärische Aktionen über die israelische Grenze, und nachdem die palästinensischen Kämpfer 1970 Jordanien verlassen mussten, wurde der Südlibanon zum Hauptoperationsgebiet der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO.
Bürgerkrieg (1975-1990)
Der libanesische Bürgerkrieg brach aus, als maronitische Phalangisten im April 1975 einen mit Palästinensern besetzten Bus angriffen. Daraufhin kam es in Beirut zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Phalangisten und bewaffneten PLO-Angehörigen, die bald von muslimischen Kampfverbänden unterstützt wurden.

In den ersten Kriegsjahren standen im Wesentlichen zwei Bündnisse einander gegenüber, die Nationale Bewegung aus linken und muslimischen Kräften, welche die christlich-maronitische Dominanz im Libanon beenden wollten, und die in der Libanesischen Front zusammengeschlossenen christlichen Verteidiger des politischen Status quo. 1976 griff die syrische Armee in den Konflikt ein, um den Sieg der linken und muslimischen Kräfte zu verhindern und besetzte mit rund 20 000 Soldaten den Libanon. Im weiteren Verlauf des Bürgerkrieges blieb zwar die Frontstellung zwischen Christen und Muslimen erhalten, der Verlauf des Bürgerkrieges wurde aber zunehmend von Auseinandersetzungen zwischen libanesischen und palästinensischen und zwischen proiranischen und prosyrischen Gruppierungen bestimmt. 1978 führten israelische Truppen im Südlibanon Vergeltungsmaßnahmen gegen PLO-Kämpfer durch. Die UNO zwang Israel zum Rückzug und installierte im Südlibanon entlang der Grenze UN-Friedenstruppen, die United Nations Interim Force in Lebanon(UNIFIL), die den israelischen Rückzug sicherstellen, den Frieden wiederherstellen und die libanesische Regierung bei der Durchsetzung ihrer Hoheit im Südlibanon unterstützen sollte.

Zerstörte Häuserzeile in Beirut
Zerstörte Häuserzeile in Beirut
In den nahezu 30 Jahren ihres Bestehens war der UN-Mission jedoch kaum Erfolg beschieden. 1982 drangen israelische Truppen bis Beirut vor und belagerten den Westteil der Stadt, wo sich die Kommandozentrale der PLO und etwa 10 000 PLO-Kämpfer befanden. Nach der Ermordung des christlichen Präsidenten Bashir Gemayel richteten Phalangisten Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Shatila und Sabra an. Die PLO-Einheiten wurden fast vollständig aus dem Libanon vertrieben. Im September 1982 wurde der gemäßigte Amin Gemayel, ein Bruder des ermordeten Präsidenten, zu dessen Nachfolger gewählt. Es gelang ihm jedoch nicht, mit der mit amerikanischer Hilfe neu aufgebauten libanesischen Armee die Kontrolle über das Land zurückzugewinnen. Die multinationalen Schutztruppen zogen sich aus dem Libanon zurück. Auf Initiative Saudi-Arabiens fanden 1983 und 1984 Friedenskonferenzen in der Schweiz statt, ohne dass die Bürgerkriegsparteien sich auf ein Abkommen hätten einigen können. Mit dem Teilrückzug israelischer Truppen aus dem Libanon 1985 entstand im Südlibanon ein Machtvakuum, in das zunächst die prosyrische Amal-Miliz und die mit ihr rivalisierende proiranische Hisbollah-Miliz stießen, welche weiterhin Anschläge gegen israelische Stellungen im Libanon durchführten.
Als Gemayel am Ende seiner Präsidentschaft 1988 den christlichen General Michel Auon zum Regierungschef ernannte, war die Zersplitterung des Landes in jeweils von einer Gruppe beherrschte Regionen nicht mehr aufzuhalten, die libanesische Armee zerfiel erneut. Eine muslimische Gegenregierung etablierte sich. Im August 1990 wurde auf Vermittlung Saudi-Arabiens die Verfassung dahin gehend geändert, das Parlament paritätisch mit Muslimen und Christen zu besetzen. Auon widersetzte sich dem Abkommen, seine Armee konnte erst im Oktober zur Kapitulation gezwungen werden. Mit syrischer Hilfe gelang es den neuen libanesischen Streitkräften allmählich, die militärische Kontrolle über große Teile des Landes von den mehr als 80 Privatarmeen zurückzuerobern. In den 15 Bürgerkriegsjahren wurden etwa 90 000 Menschen getötet und 115 000 verletzt, 20 000 gelten als vermisst, 800 000 flohen ins Ausland. Libanon," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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