Bürgerkrieg in Guatemala
|
Fotografien Guatemala |
Seit dem Sturz Arbenz’ und der Rücknahme von dessen Reformen, die die enorme Diskrepanz zwischen indigener Landbevölkerung und weißer Mittel- und Oberschicht hätten verringern sollen, äußerten sich die sozialen Spannungen zunehmend in Unruhen und Aufständen und arteten um 1960 in einen Bürgerkrieg aus. Der Bürgerkrieg wurde geführt von der Armee und rechtsgerichteten paramilitärischen Verbänden auf der einen Seite, verschiedenen Guerillagruppen auf der anderen Seite. 1982 schlossen sich einige der Guerillaorganisationen zur Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca (URNG; Revolutionäre Nationale Einheit Guatemalas) zusammen. |
Im März 1963 wurde Ydígoras von seinem Verteidigungsminister Enrique Peralta Azurdia gestürzt. Peralta verhängte den Ausnahmezustand, setzte die für Dezember geplanten Wahlen aus und ergriff rigorose Maßnahmen gegen die Guerilla, besonders in der Region Zapaca, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Unter Präsident Julio Cesar Méndez Montenegro (1966-1970) ging die Gewalt unvermindert weiter; rechte Paramilitärs, von der Armee unterstützt, ermordeten Hunderte politische Gegner, was den Konflikt noch erheblich verschärfte. |
Auch die Amtszeiten der Präsidenten Carlos Araña Osorio (1970-1974), Kjell Eugenio Laugerud García (1974-1978) und Fernando Romeo Lucas García (1978-1982), vormals Generäle und zum Teil durch Wahlfälschungen ins Amt gelangt, waren von dem anhaltenden Bürgerkrieg geprägt; dazu kamen noch Naturkatastrophen: 1974 tobte ein verheerender Wirbelsturm über das Land, und 1976 kam es zu einem furchtbaren Erdbeben. Beide Naturereignisse forderten insgesamt mehr als 20 000 Menschenleben und machten etwa eine Million Einwohner obdachlos. Ungeachtet dessen verzeichnete Guatemalas Wirtschaft dank einer forcierten Ölförderung und hoher Weltmarktpreise für Kaffee ein beachtliches Wachstum. |
Am 23. März 1982, zwei Wochen nach der Wahl von General Angel Aníbal Guevara zum Präsidenten, ergriff eine Militärjunta unter General Efraín Ríos Montt die Macht. Er löste alle Parteien auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Am 8. August 1983 wurde Ríos Montt selbst durch einen Militärputsch gestürzt, und zwar von seinem Verteidigungsminister, Brigadegeneral Oscar Humberto Mejía Victores. Der leitete den allmählichen Übergang zu einer Zivilregierung ein und ließ 1984 eine verfassunggebende Versammlung wählen. Unter Ríos Montt und Mejía Victores gingen Militär und Paramilitärs noch brutaler gegen die Guerilla vor, begingen zahllose brutale Gewaltverbrechen und verübten Massaker, die vor allem die unbewaffnete indigene Landbevölkerung traf. Diese Jahre ging später als „Zeit der verbrannten Erde” in die Geschichte Guatemalas ein. "Guatemala" Microsoft® Encarta |
![]() |
Opfer des guatemaltekischen Bürgerkrieges |
![]() Benutzerdefinierte Suche
|