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Bildung und Unterricht in Frankreich
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Fotografien Paris |
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Seit dem Mittelalter, namentlich mit der im 12. Jahrhundert gegründeten Université de Paris, fungierten die französischen Bildungszentren als internationale Vorbilder. Zu den einflussreichen Lehrmeistern gehörten Pierre Abélard im 12. Jahrhundert, Michel de Montaigne im 16. Jahrhundert, François Fénelon und Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert sowie der Philosoph Victor Cousin im 19. Jahrhundert. Encarta |
Bildung und Unterricht |
Die Zentralisierung des Schulsystems auf staatlicher Grundlage entwickelte sich zwischen 1806 und 1808 unter Napoleon. Das moderne Bildungswesen gründet sich auf Gesetze, die von 1881 bis 1886 durch den Unterrichtsminister Jules Ferry erlassen wurden. Sie legten den unentgeltlichen Pflichtbesuch öffentlicher Schulen fest. Unter den später erfolgten Gesetzesänderungen waren die Genehmigung eines freien Unterrichtswesens in Sekundarschulen und technischen Schulen, die Trennung von Kirche und Staat im Bildungswesen (1905), das Gesetz zur Unterstützung von Privatschulen einschließlich religiös geleiteter Einrichtungen (1951 bzw. 1959) sowie die Ausdehnung der Schulpflicht auf das 16. Lebensjahr (1959). Die Schulpflicht betrug 2002–2003 11 Jahre. Nach der Studentenrevolte 1968 musste Staatspräsident Charles de Gaulle ein Rahmengesetz für Studienreformen erlassen. Mit dem neuen System wurde insbesondere die Kontrolle über finanzielle Mittel, Lehrpläne sowie die Vergabe von Lehrstellen durch das Erziehungsministerium abgeschafft und stattdessen auf den verschiedensten Ebenen Unterrichtseinheiten eingerichtet; die Fakultäten bekamen zudem das Recht zugesprochen, über die Zusammensetzung des Lehrkörpers zu entscheiden, und die Studenten erhielten ein größeres Mitspracherecht an der Universität. Das Recht der Universitätsprofessoren (die Lehrstühle auf Lebenszeit innehatten), über Neuernennungen abzustimmen, wurde abgeschafft und die Basis für demokratischere Fachbereichsstrukturen geschaffen. Mehrere der großen Universitäten wurden in kleinere Einheiten umstrukturiert, so dass sich die Zahl der französischen Universitäten in den achtziger Jahren von 23 auf 70 erhöhte. Mittlerweile besuchen in Frankreich 2,03 Millionen Studenten Universitäten und andere Einrichtungen auf Hochschulebene (2001–2002).Encarta |
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Besonders hervorzuheben ist der auf die Herausbildung einer administrativen und intellektuellen Elite zugeschnittene Charakter des französischen Bildungssystems. Zwei der berühmtesten Gymnasien Frankreichs sind das Pariser Lycée Louis-le-Grand, auf das u. a. Voltaire, Edgar Degas, Georges Pompidou, Giscard d’Estaing und Jacques Chirac gingen, und das Lycée Henry IV. Renommierteste der Grandes Écoles (so genannte Elitehochschulen) sind vor allem die von Napoleon gegründete Ingenieursschule École Polytechnique und die mehr geisteswissenschaftlich orientierte École Normale Supérieure (ENS) in Paris, das politikwissenschaftliche Institut d’Études Politiques (IEP), die Hautes Études de Commerce (HEC) und die École Nationale d’Administration (ENA), eine von General de Gaulle gegründete Verwaltungsschule für die höchsten Ämter in Staat und Politik. Besonders die École Polytechnique und die ENA haben großen Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung Frankreichs. Viele Kabinettsmitglieder und Topmanager sind Absolventen dieser Elitehochschulen. Encarta |