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Die Bildung in Japan
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Die japanische Kultur entwickelte sich mit den ersten Kontakten der Inselbewohner zu den Zivilisationen in China und Korea. Aus China übernahmen die Japaner neue Handwerkstechniken und das anfängliche System der Schriftsprache. Die Übernahme der Schriftzeichen lässt sich nicht genau zurückdatieren, liegt aber vermutlich in der Zeit um 400 n. Chr. Koreanische Schreiber verwendeten damals für ihre Berichte an den japanischen Kaiserhof chinesische Ideogramme. Die Bildung im alten Japan war jedoch viel aristokratischer als das chinesische Ausbildungssystem. In Japan unterhielten die Adelsfamilien ihre eigenen Privatschulen. Während der militärisch-feudalen Periode des Mittelalters erlangten die buddhistischen Tempel eine große Bedeutung im Ausbildungsbereich. Unter dem Tokugawa-Schogunat (1603-1868) blühten die Schulen im ganzen Land auf und schufen ein Bildungsniveau, das in den vormodernen Gesellschaften seinesgleichen sucht.

Mit Beginn der Herrschaft von Kaiser Meiji (1868-1912) fanden die so genannten Meiji-Reformen statt, die Japan einer radikalen Umwandlung im gesamten Bildungsbereich sowie in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht unterwarfen. Das erste Erziehungsministerium wurde 1872 gegründet; im selben Jahr verabschiedete man ein umfassendes Bildungsgesetz, das die allgemeine Grundschulausbildung vorsah. Die Regierung sandte pädagogische Delegationen nach Europa und Amerika, um neue erzieherische Ansätze kennen zu lernen; ausländische Pädagogen wurden eingeladen, führten ihre Erziehungsprogramme durch und änderten das japanische Schulsystem. In dieser Periode der Neuorientierung wurde im Jahr 1877 die Universität Tokyo gegründet. Als Ergebnis dieser Reformen etablierte sich Japan als moderne Nation mit einem vollständigen Schulsystem, das in seinen Grundzügen denen der westlichen Nationen entsprach.

Die Niederlage Japans im 2. Weltkrieg führte erneut zu Änderungen im Bildungsbereich: Angeregt wurden sie durch eine Gruppe von Pädagogen, die 1946 die USA bereiste. Einige dieser Vorschläge wurden auch nach der Wiederherstellung der japanischen Souveränität 1952 beibehalten. Die Verbreitung nationalistischer Ideologien wurde aus den Schulzimmern verbannt, dagegen wurde das Studium der Sozialwissenschaften betont und im Unterricht die Betonung der individuellen Persönlichkeit gezielt gefördert.

Die japanischen Schulen und Hochschulen unterstehen dem Erziehungsministerium. Das Schulsystem basiert auf einem Grundgesetz zur Bildung aus dem Jahr 1947;

dieses Gesetz wurde in den folgenden Legislaturperioden nachgebessert, um allen Studenten eine Ausbildung an einer höheren Schule zu ermöglichen. Zu den immerwährenden Problemen der japanischen Lehrer zählt die Unterrichtung der schwierigen und komplexen japanischen Sprache, die aus einem Zusammenspiel dreier verschiedener Schriften besteht.

Der Schulbesuch in Japan ist für die Dauer von 10 Jahren Pflicht und kostenfrei. Vorgesehen sind sechs Jahre Grundschule und drei Jahre Mittelschule. Darüber hinaus ist der Besuch einer Ausbildungseinrichtung freiwillig. Für die Weiterbildung werden geringe Gebühren erhoben; dies gilt auch für die staatlichen Gymnasien und die öffentlichen Hochschulen. Es gibt Technik-, Handels- und Berufsschulen sowie schulische Einrichtungen für körperlich Behinderte. Privatschulen sind weit verbreitet und stellen eine beliebte Ergänzung zu dem stark leistungsorientierten staatlichen Bildungssystem dar. In Japan gibt es etwa 60 staatliche (früher kaiserliche) Universitäten und daneben auch eine große Anzahl privater Hochschulen. Zu den größten Universitäten zählen die Universität Tokyo (gegründet 1877),

Kalligraphie in Japan
Kalligraphie in Japan. Encarta
die private Nihon-Universität ebendort (1899), die ebenfalls private Doshisha-Universität in Kyoto (1875), die Universität Kyoto (gegründet 1897) und die private Fukuoka-Universität in Osaka (1934). Das Bildungssystem in Japan ist hoch entwickelt. Die Analphabetenrate liegt unter 5 Prozent. Das Erlernen der englischen Sprache ist in allen Hauptschulen Pflicht. "Japan," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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