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Das indische Bildungssystem


kulturelle Leben in Indien
kulturelle Leben in Indien

Indien ist ein laizistischer Staat – Kirche und Staat sind getrennt. Die Mehrheit der heutigen Inder sind Hindus, was sich auch in der Kultur des Landes niederschlägt. Der Hinduismus selbst hat im Lauf der Jahrhunderte eine Vielzahl unterschiedlicher Philosophien und religiöser Ideen aufgenommen und weiterentwickelt, so den Advaita von Shankara und Gedanken der Bhakti-Bewegung.

Die Koexistenz größerer religiöser Minderheiten mit der Mehrheit der Hindus verlief keineswegs immer friedlich; dabei wurden die oftmals blutigen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen sowie zwischen Hindus und Sikhs immer wieder auch durch nichtreligiöse Gründe ausgelöst. Die Ramajanmabhoomi-Bewegung, welche die Forderung stellte, einen Hindu-Tempel am angeblichen Geburtsort von Rama in Ayodhya aufzubauen, führte 1992 zur Zerstörung der Babri Masjid (einer 1528 errichteten dreistöckigen Moschee, die am Ort eines ebenfalls zerstörten Tempels errichtet worden sein soll) – die Aktion fanatisierter Hindus wurde offenbar von weiten Bevölkerungskreisen unterstützt.

Das alte Indien verfügte bereits über ein hoch entwickeltes Bildungssystem. Die Universitäten zogen zahlreiche Studenten aus anderen Teilen Asiens an, insbesondere aus China. Diese wollten sich in einigen der ältesten Universitäten der Welt mit den buddhistischen Lehren vertraut machen. Die berühmte Universität Nalanda wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Indien weitete seinen Einfluss auf dem Bildungssektor auch dadurch aus, dass Absolventen als Dozenten in andere asiatische Länder geschickt wurden.

Ab dem 13. Jahrhundert verfiel das indische Bildungssystem jedoch zunächst unter der Herrschaft der Muslime sowie später unter der der Briten, und der Einsatz neuerer Lehrmethoden wurde eingeschränkt. Im 20. Jahrhundert erhielten Gopal Krishna Gokhale, einer der ersten nationalistischen Führer, Mohandas (Mahatma) Gandhi und Rabindranath Tagore internationale Preise für ihre Beiträge zur Entwicklung des indischen Bildungssystems.

indische Kleidung
indische Kleidung

1911 erarbeitete Gokhale eine Gesetzesvorlage, die Schulpflicht und die Möglichkeit zu kostenlosem Grundschulbesuch vorsah. Davon beeinflusst, initiierte Mahatma Gandhi Alphabetisierungskampagnen und kommunale Wohlfahrtsprogramme. 1901 gründete Tagore, einer der größten Dichter der modernen indischen Literatur, im etwa 160 Kilometer von Kalkutta entfernten Santiniketan eine Schule, die sich an die alten indischen Tapovana (Walderemitagen) anlehnte. Ziel war es, die jeweils besten Elemente der westlichen und der indischen Kultur miteinander zu verknüpfen; 1921 wurde die Schule in die Visva-Bharati University umgewandelt und zieht seitdem Studenten aus aller Welt an.

Seit dem Beginn der indischen Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 wird versucht, ein modernes, umfassendes Schulsystem zu entwickeln. Die in den Berichten der allindischen Kommission von 1953 und 1964 vertretenen Reformansätze haben diese Entwicklung vorangetrieben. Die Ausbildung indischer Jugendlicher ist angesichts der komplexen sozialen und religiösen Verhältnisse jedoch nicht ganz einfach. Gelder, die zum Ausbau des Bildungswesens gedacht waren, mussten zur Bekämpfung von Armut, Lebensmittelknappheit und Überbevölkerung verwendet werden. Die Reste des Kastensystems, unzureichende Ausbildungsplätze und religiöse Differenzen stellten weitere Probleme auf dem Weg zu einer umfassenden Bildungsreform dar. Dennoch wurden grundlegende strukturelle Änderungen geplant und zum Großteil auch durchgesetzt; die Zahl der Schulen und Schüler ist seit der Unabhängigkeit jedenfalls gewaltig angestiegen.

Das Schulsystem der 28 Bundesstaaten steht unter direkter Kontrolle der einzelstaatlichen Regierungen; das Bildungsministerium des Bundes koordiniert, regelt die Bildungsangelegenheiten in den sieben zentral verwalteten Unionsterritorien, stellt finanzielle Unterstützung für die Hochschulen zur Verfügung und übernimmt verschiedene andere Aufgaben. Der Grundschulbesuch ist kostenfrei; es besteht keine Schulpflicht. In den siebziger Jahren bildete sich folgendes Modell heraus: acht Jahre Grund- und Mittelschule, drei Jahre weiterführende bzw. berufsbezogene Schule (der Schulabschluss beinhaltet auch einen beruflichen Abschluss), an die sich dann eine dreijährige Universitätsausbildung anschließen kann. Damals wie heute kommt aber nur eine Minderheit über die Grundschule hinaus.

Zu Beginn der achtziger Jahre wurde ein leicht abgeändertes Modell eingeführt, das eine zehnjährige Schulzeit (Grundstufe, Mittelstufe und Oberstufe) vorsah, an die sich eine zweijährige höhere Ausbildung und eine dreijährige Universitätsausbildung anschloss. Daneben gibt es ein landesweites Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene. Der Alphabetisierungsgrad beträgt etwa 56,6 Prozent (2005). Die Analphabetenrate schwankt von Bundesstaat zu Bundesstaat beträchtlich. Im südindischen Kerala etwa gibt es praktisch keinen Analphabetismus mehr, was vermutlich auf die guten Bildungschancen für Frauen und ihren relativ hohen gesellschaftlichen Status zurückzuführen ist.

Indische Universitäten


In Indien gibt es etwa 150 Universitäten, zehn nationale Bildungsinstitutionen und 34 Lehreinrichtungen mit Universitätsstatus. Daneben stehen 7 000 technische und naturwissenschaftliche Hochschulen sowie Kunstakademien zur Verfügung. An allen Hochschulen und Universitäten sind etwa neun Millionen Studierende eingeschrieben, rund die Hälfte von ihnen an Universitäten. Zu den größten Bildungseinrichtungen gehören Universitäten in Agra (gegründet 1927), Bihar (1952), Mumbai (1857), Kalkutta (1857), Delhi (1922), Gauhati (1948), Madras (1857), Mysore (1916) und Pune (1949) sowie die Universitäten Rajasthan (1947 in Jaipur), Gujarat (1950 in Ahmadabad) und Kerala (1937 in Trivandrum). Zu den renommiertesten Lehr- und Forschungseinrichtungen gehören das Indian Institute of Science in Bangalore und das Tata Institute of Fundamental Research in Mumbai. "Indien" © Emmanuel BUCHOT, Encarta, Wikipedia.

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