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Die Bevölkerung Irlands
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Im Jahr 1845 lebten in Irland 8,5 Millionen Menschen. Durch Hungersnöte (siehe Hungersnot in Irland) und Seuchen sowie eine große Zahl von Auswanderern (hauptsächlich in die USA) nahm die Einwohnerzahl bis 1851 auf 6,5 Millionen ab. Eine weitere Auswanderungswelle nach dem 2. Weltkrieg, bei der das wichtigste Zielland Großbritannien war, verringerte die Einwohnerzahl auf ungefähr 2,8 Millionen. Die starke Abwanderung führte dazu, dass im Ausland etwa 16 Millionen Menschen irischer Abstammung leben. Von den 4,16 Millionen Einwohnern (2008) lebt ein Viertel im Ballungsraum um Dublin. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte ist mit 60 Einwohnern je Quadratkilometer eine der niedrigsten in Europa. Von den Einwohnern sind rund 94 Prozent Iren, 3,5 Prozent Engländer und Waliser und 1 Prozent Nordiren.

Größte Stadt in der Republik Irland ist die Hauptstadt Dublin mit 506 000 Einwohnern. Weitere größere Städte sind Cork (123 000), Galway (66 000) und Limerick (54 000). Insgesamt leben 60 Prozent aller Einwohner in Städten (2005).

Die Amtssprachen sind Englisch und Irisch (auch Gälisch), das zu den keltischen Sprachen gehört. Vor der Eroberung der Insel durch germanische Stämme im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde ausschließlich Keltisch gesprochen, das in der Folge durch das aus dem so genannten Angelsächsischen hervorgegangene Englisch zurückgedrängt wurde. Nur in abgelegeneren Regionen an der Westküste blieben die keltischen Wurzeln erhalten.

Während der englischen Herrschaft dokumentierte die Verwendung der älteren Sprache ein politisch motiviertes Bekenntnis zur Eigenständigkeit der irischen Kultur, und im 19. Jahrhundert kam es zu einer starken Rückbesinnung auf die eigene Sprache und die kulturelle Identität. Die Pflege der irischen Sprache wird jedoch durch die Tatsache erschwert, dass es verschiedene gleichberechtigt koexistierende Dialekte gibt, sich jedoch kein hochsprachlicher Standard herausbildete. Um 1830 sprach noch etwa die Hälfte aller Einwohner Irisch, doch durch die Auswanderungswellen ging ihre Zahl bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf rund 650 000 zurück. Um das irische Sprachgut zu bewahren, wurde Irisch 1921 offiziell zur Amtssprache erklärt und ist seit 1922 Pflichtfach an den Schulen. Heute spricht wieder ein Fünftel der Einwohner Irisch.

Etwa 93 Prozent der Iren sind römisch-katholisch, 3 Prozent gehören der anglikanischen Kirche an. Die verbleibenden 4 Prozent verteilen sich auf andere Glaubensrichtungen oder sind konfessionslos. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Kultur und die Politik in Irland ist traditionell sehr groß, die Belange der Sozialpolitik sind durch christliche Wertvorstellungen stark geprägt. So waren z. B. Ehescheidung und Schwangerschaftsabbruch durch die Verfassung verboten. Empfängnisverhütende Mittel wurden erst 1985 per Parlamentsbeschluss freigegeben. Erst 1995 wurden durch ein Referendum Scheidungen erlaubt, Abtreibungen sind nach wie vor illegal und werden hart bestraft.

Die wichtigsten gesetzlichen Feiertage in Irland sind der Neujahrstag, Saint Patrick’s Day (17. März), Ostern, Pfingsten, Weihnachten (25. Dezember) und der Saint Stephen’s Day (26. Dezember). Am Saint Patrick’s Day, dem irischen Nationalfeiertag, finden in allen Städten des Landes Straßenparaden statt. Zu diesen Anlässen tragen die Iren Kleidung in der Nationalfarbe (grün) und es ist häufig das nationale Symbol, das Kleeblatt, zu sehen.

Es gibt eine sehr gute medizinische Versorgung. Für Personen mit geringem Einkommen sind Behandlungen und Krankenhausaufenthalte kostenlos. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,4 Prozent (2004).

Bevölkerung Irlands
Bevölkerung Irlands . Bild E. Buchot
340 Einwohner kommen auf einen Arzt, die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 0,7 Prozent. "Irland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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