Die brasilianische Bevölkerung
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Fotografien Brasilien |
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 192 Millionen (2008). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von rund 23 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung ist sehr ungleich über das Land verteilt, etwa 84 Prozent der Brasilianer leben in Städten. Aufgrund der wechselvollen Geschichte des Landes ist seine Bevölkerung ethnisch sehr heterogen zusammengesetzt. Etwas mehr als die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung sind Weiße (u. a. 15 Prozent portugiesischer, 11 Prozent italienischer, 10 Prozent spanischer und 3 Prozent deutscher Herkunft). 34 Prozent sind Mulatten und Mestizen, 11 Prozent sind Schwarze. Die rund 300 000 Indianer leben überwiegend in Rückzugsgebieten im Amazonasbecken. Im Bundesdistrikt liegt die Landeshauptstadt Brasília (seit 1960) mit etwa 3,10 Millionen Einwohnern. |
Die größte Stadt des Landes ist São Paulo mit einer Einwohnerzahl von etwa 10,9 Millionen (2007). Weitere bedeutende Städte sind die ehemalige Landeshauptstadt Rio de Janeiro (6,09 Millionen), Salvador (2,89 Millionen), Belo Horizonte (2,41 Millionen), Curitiba (1,80 Millionen), Recife (1,53 Millionen), Pôrto Alegre (1,42 Millionen), Manaus (1,61 Millionen) und Belém (1,41 Millionen). |
Die Amtssprache in Brasilien ist Portugiesisch, während in den übrigen Ländern Südamerikas Spanisch gesprochen wird. Das in Brasilien gesprochene Portugiesisch verwendet viele Wörter aus Indianersprachen und afrikanischen Dialekten, was die Bezeichnung der Landessprache als „Brasilianisch” rechtfertigt. Die indigene Bevölkerung verfügt über mehr als hundert verschiedene Sprachen. Etwa 75 Prozent der brasilianischen Bevölkerung sind Katholiken; ein besonderes Merkmal des brasilianischen Katholizismus ist ein ausgeprägter Heiligenkult. Protestanten stellen mit 10 Prozent die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft. Auch Buddhisten, Muslime und Juden leben in größerer Zahl in Brasilien. Darüber hinaus gibt es Anhänger indigener Religionen. |
An Silvester veranstalten Anhänger der Umbanda-Religion ein Fest zu Ehren der Meeresgöttin Iemanjá. Auf von brennenden Kerzen umgebenen Tischtüchern sind Opfergaben aufgehäuft. Der Carnaval ist ein fünftägiges Fest, das vor Aschermittwoch im Februar oder März stattfindet. Die Karnevalstage sind Brasiliens bekannteste Feiertage. Sie zeichnen sich durch fröhliche Straßenparaden aus, durch Musik, Samba- und Bloco-Tänzer, Partys, aufwendige Kostüme und den Klang der Congatrommeln. Die meisten Geschäfte und Ämter sind während der gesamten Festlichkeiten geschlossen. |
Ostern wird von Karfreitag bis Ostermontag gefeiert. Am 21. April ist Tiradentes-Tag. Er liegt in der Inconfidência-Woche, die an den fehlgeschlagenen Aufstand von 1789 erinnert, dessen Ziel die Erlangung der Unabhängigkeit war. Joaquim José da Silva Xavier starb damals den Märtyrertod. Er wurde Tiradentes („Zahnzieher”) genannt, da er von Beruf Zahnarzt war. Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Fronleichnam ist ein gesetzlicher Feiertag und fällt auf den Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, der im Mai oder Juni stattfindet. Am Unabhängigkeitstag (7. September) wird die Loslösung von Portugal (1822) gefeiert. Nossa Senhora Aparecida (12. Oktober) ist ein staatlicher Feiertag. Allerseelen wird am 2. November begangen. Der Tag der Verkündung der Republik (15. November) erinnert an den Tag, an dem 1889 in Brasilien die Republik ausgerufen wurde. Neben Weihnachten gibt es noch eine Reihe von Feiertagen, die nur in bestimmten Regionen und Bundesstaaten gefeiert werden. |
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Salvador. Encarta |
Die medizinische Versorgung ist in vielen Teilen des Landes unzureichend. Am Rand einiger Ballungsgebiete entstanden Elendsviertel (Favelas) mit katastrophalen sanitären Verhältnissen. Die Arbeiter in den Städten sind kranken- und rentenversichert. Landarbeiter und Staatsbedienstete haben nur auf wenige Sozialleistungen, überwiegend im Bereich der medizinischen Versorgung, Anspruch. Seit 1988 ist in der Verfassung die 40-Stunden-Woche verankert. Ein Großteil der Brasilianer lebt in Armut. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über 51 Prozent der Einkommen, während den ärmsten 40 Prozent lediglich 7 Prozent zur Verfügung stehen. "Brasilien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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