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Geschichte Belgiens : Belgien und die 2 Weltkriege
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Am 2. August 1914, bei Ausbruch des 1. Weltkrieges, forderte das Deutsche Reich im Vorfeld seines Angriffs auf Frankreich, der nach dem Schlieffenplan durchgeführt werden sollte, Belgien ultimativ auf, den deutschen Truppen den freien Durchmarsch nach Frankreich zu gewähren. Belgien lehnte ab; die deutschen Truppen marschierten am 4. August unter Verletzung des neutralen Status in Belgien ein (und provozierten damit die britische Kriegserklärung an Deutschland) und besetzten fast ganz Belgien; nur ein kleines Gebiet im Nordwesten konnte von den Belgiern gehalten werden. Das Land kam unter die Verwaltung deutscher Generalgouverneure und wurde entsprechend den Sprachgrenzen in Verwaltungseinheiten eingeteilt. Während des Krieges litt Belgien außerordentlich schwer durch die an die Deutschen zu entrichtenden Kontributionen, durch die Deportationen belgischer Arbeiter nach Deutschland sowie weitere Repressionen gegen die Zivilbevölkerung, vor allem aber durch die Materialschlachten in der zweiten Kriegshälfte besonders im Westen Belgiens. Trotz allem lehnte es Albert ab, die Neutralität ganz aufzugeben und sich den Alliierten mit allen Konsequenzen anzuschließen; er beharrte auf dem Status eines Assoziierten.

Im Versailler Vertrag, der den 1. Weltkrieg beendete, erhielt Belgien Eupen-Malmedy und Moresnet vom Deutschen Reich, außerdem das Mandat des Völkerbundes über die bislang deutsche Kolonie Ruanda-Urundi, und schließlich wurde die Neutralität Belgiens aufgehoben.

Nach der Aufhebung der Neutralität orientierte sich Belgien außenpolitisch an Frankreich. 1919 schloss Belgien eine Militärkonvention mit Frankreich, beteiligte sich ab 1921 an der Besetzung des Ruhrgebietes, und 1925 schloss es neben Frankreich, Großbritannien und anderen den Locarnopakt mit dem Deutschen Reich, der die Unverletzlichkeit der deutschen Westgrenze, d. h. auch der belgisch-deutschen Grenze garantierte. Alberts Nachfolger Leopold III. (1934-1951) gab 1936 die Anlehnung an den Westen wieder auf, kündigte die Militärkonvention mit Frankreich und erklärte Belgien erneut für neutral.

Nach dem Krieg wurde Belgien (wie schon zeitweise während des Krieges) bis 1921 von einer großen Koalition aus Katholischer Partei, Liberalen und Sozialisten regiert, deren vordringliche Aufgabe der Wiederaufbau des Landes und die Durchführung von Reformen waren.

1919 wurden der Achtstundentag und die Rentenversicherung sowie das gleiche Wahlrecht für Männer eingeführt. Letzteres brachte den Sozialisten große Zugewinne, so dass sie die Liberalen als zweitstärkste Kraft nach den Katholiken ablösen konnten. Von 1921 bis 1935 waren die Sozialisten mit Ausnahme der Jahre 1925 bis 1927 in der Opposition; die Regierung lag zumeist in den Händen einer katholisch-liberalen Koalition, den Ministerpräsidenten stellten meist die Katholiken. Angesichts der katastrophalen Staatsfinanzen kam 1935 erneut eine große Koalition aus Katholiken, Liberalen und Sozialisten zustande, an deren Spitze 1938/39 der Sozialist Paul-Henri Spaak stand.

Seit den zwanziger Jahren trat wieder der wallonisch-flämische Sprachenstreit in den Vordergrund. Durch Sprachengesetze von 1932 und 1938, die für Flandern und Wallonien die jeweilige Sprache als Amts-, Schul- und Gerichtssprache festlegten und nur für die Gebiete an den Sprachgrenzen sowie für Brüssel weiterhin die Zweisprachigkeit vorschrieben, konnte der Streit vorübergehend beruhigt werden.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges richtete Belgien zusammen mit den Niederlanden einen Friedensappell an die Kriegsparteien – ohne jeden Erfolg. Am 10. Mai 1940 marschierten deutsche Truppen, erneut unter Verletzung der Neutralität, in Belgien ein und drängten innerhalb kurzer Zeit die belgischen und alliierten Truppen über die belgische Westgrenze zurück. Ende Mai unterzeichnete Leopold III. als Oberbefehlshaber der belgischen Armee gegen den Willen seiner Regierung die Kapitulation; die Regierung erklärte die Kapitulation für „illegal und verfassungswidrig” und mit Unterstützung des Parlaments den König für amtsenthoben und ging über Paris nach London ins Exil. Leopold blieb als deutscher Kriegsgefangener in Belgien.

zerstörte Ypern
zerstörte Ypern
Belgien wurde einer deutschen Militärverwaltung unterstellt; die Wirtschaft wurde für die deutsche Kriegsführung ausgebeutet, Arbeitskräfte wurden ins Deutsche Reich und zahllose Juden in die Vernichtungslager im Osten deportiert, die Zivilbevölkerung war zahlreichen Repressionen ausgesetzt. Unterstützt wurde das deutsche Besatzungsregime dabei von der 1930 entstandenen faschistischen Rexbewegung; sie kollaborierte eng mit der deutschen Verwaltung.
Albert I von Belgien

Im Zuge des Vormarsches der Alliierten nach ihrer Landung in der Normandie im Juni 1944 mussten die Deutschen im September 1944 Belgien räumen. Die Exilregierung kehrte sogleich nach Brüssel zurück und zwang Leopold III. mit dem Vorwurf der Kollaboration, zugunsten seines Bruders Karl auf sein Amt zu verzichten. Ende 1944 war Belgien Schauplatz der deutschen Ardennenoffensive.

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Albert I.. von Belgien
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