Fauna in Australien
|
Fotografien Australien |
Man nimmt an, dass in Australien bis zu 300 000 Tierarten existieren, von denen bislang nur etwa 100 000 wissenschaftlich erforscht und beschrieben wurden. Es gibt 260 Säugetierarten, 649 Vogelarten, 748 Reptilienarten, über 205 Amphibienarten und nahezu 200 Arten von Süßwasserfischen. Die meisten Parallelen sind zur Tierwelt von Neuguinea zu ziehen, das evolutionsbiologisch betrachtet der australischen Fauna zuzurechnen ist, und zur südafrikanischen Tierwelt, die ebenfalls Teil des Urkontinents Gondwana war. Zahlreiche Tierarten kommen ausschließlich in Australien vor und dokumentieren so die lange Isolierung des Kontinents von anderen Landmassen. Die einzigen Eier legenden Säugetiere der Welt sind die primitiven Kloakentiere, zu denen Schnabeltiere und Ameisenigel gehören; das Schnabeltier lebt vorwiegend in den Süßgewässern Südostaustraliens. Die für Australien charakteristischsten einheimischen Säugetiere sind die Beuteltiere, die praktisch alle biologischen Nischen der Säugetiere erschlossen haben. |
Die bekanntesten australischen Beuteltiere sind Kängurus, die etwa 50 Arten umfassen und Lebensräume sowohl in der gemäßigten als auch in der tropischen Klimazone haben. Kängurus gehören zu den wenigen einheimischen Tierarten Australiens, die von der Zunahme der Weidelandflächen profitiert haben; die kleineren Arten der Familie heißen Wallabys. Koalas ernähren sich ausschließlich von Blättern einiger weniger Eukalyptusbaumarten und sind durch den Verlust ihres natürlichen Lebensraumes bedroht. Weitere bekannte Beuteltiere sind Wombats, Beutelteufel, Beutelmarder und der ausgestorbene Beutelwolf. Der Dingo ist kein Beuteltier, er stammt von asiatischen Haushunden ab. |
Außergewöhnlich artenreich ist die australische Avifauna (Vogelwelt), die auch riesige, flugunfähige Arten wie Emu und Kasuar umfasst. Der prachtvoll balzende Leiervogel besitzt fächerartige Schwanzfedern. Männliche Laubenvögel errichten komplizierte Bauwerke, um Weibchen anzulocken. Der Kookaburra oder Lachende Hans ist für seinen durchdringenden Ruf bekannt, der menschlichem Lachen ähnelt. Die Vogelwelt beinhaltet zudem viele Arten von Papageien, zu denen Kakadus und Wellensittiche gehören. Schwarze Schwäne, Löffler, Reiher und Enten leben an Binnengewässern. Zur Seevogelfauna gehören Möwen, Seeschwalben, Tölpel, Sturmvögel, Albatrosse und Pinguine. Seit der Besiedlung Australiens durch Europäer sind insgesamt 20 Säugetierarten und 16 Vogelarten ausgestorben. |
Weitere 15 Vogelarten und 38 Säugetierarten sind entweder gefährdet oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Der Grund für diese Entwicklung liegt in der zunehmenden Zerstörung natürlicher Lebensräume und auch der Einführung fremder Arten, die mit den einheimischen Arten um Nahrung konkurrieren, ihren Lebensraum zerstören oder einheimische Tiere jagen. Die Einführung vor allem von Kaninchen, Füchsen, Katzen, Schweinen, Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden, Kamelen und afrikanischen Wasserbüffeln wirkte sich auf die natürliche Flora und Fauna überaus schädlich aus. |
Die weiträumigsten Zerstörungen richtete wahrscheinlich das europäische Kaninchen an, das 1788 mit dem ersten Sträflingstransport nach Australien kam. Unter den idealen Voraussetzungen der australischen Wildnis, in der nur wenige Feinde des Kaninchens lebten, vermehrten sich die Tiere unglaublich schnell und wurden zur Landplage. Im frühen 20. Jahrhundert schätzte man die Gesamtzahl der Kaninchen auf etwa 500 Millionen. Zur Bekämpfung der Kaninchen führte man deshalb 1951 das Myxomatosevirus ein, das bei Kaninchen zum Tod führt. Etwa 20 Jahre lang blieb diese Art der Schädlingsbekämpfung wirksam, doch dann wurden die Tiere gegen das Virus immun und erholten sich zahlenmäßig, so dass man heute von 300 Millionen Kaninchen in Australien ausgeht. Abgesehen von der Zerstörung der Vegetation weiter Landstriche und damit auch des natürlichen Lebensraumes von einheimischen Tierarten verursachen die |
![]() |
Gouldamadinen. Encarta |
Kaninchen indirekt auch die Erosion des Bodens und richten auf Weideflächen und Anpflanzungen von Kulturpflanzen beträchtlichen Schaden an. Der fortschreitenden Verbreitung von Füchsen und verwilderten Katzen versucht man mit regionalen Bekämpfungsmaßnahmen entgegenzuwirken. In den Gegenden der Monsunzone im Norden Australiens ist die Zahl der Wasserbüffel ebenfalls stark angestiegen. Durch die übermäßige Beweidung der Flächen tragen sie in beträchtlichem Maß zur Bodenerosion bei und zerstören das biologische Gleichgewicht der empfindlichen Lebensräume in den Sumpfgebieten. |
![]() |
In Australien leben zwei Krokodilarten, von denen das bis drei Meter lange Australienkrokodil in den Süßgewässern des Binnenlandes vorkommt. Das bis sieben Meter lange Leistenkrokodil ist in den Sumpf- und Mündungsgebieten an der Nordküste heimisch. Zu den zahlreichen Echsenarten gehören Geckos, Skinke, Agamen und Warane. Ferner umfasst die australische Fauna 100 Arten von Giftschlangen, von denen die gefährlichsten der im Norden des Landes heimische Taipan und die Todesotter sind. In den Gewässern um Australien leben Wale und Robben; an Teilen der Südküste, auf den Inseln der Bass-Straße und in Tasmanien gibt es Kolonien von Seebären und Seelöwen. In den nördlichen Gewässern leben Dugongs (Gabelschwanzseekühe); außerdem sind hier ungefähr 70 Haiarten heimisch. Der in Süßgewässern lebende Lungenfisch ist ein so genanntes lebendes Fossil. |
Fauna in Australien. Encarta |
Auch die Fauna der Wirbellosen ist artenreich. Die Riesentermiten im Norden von Australien bauen gewaltige Termitenhügel, die eine Höhe bis zu sechs Metern erreichen können. Auffällig sind auch die riesigen Regenwürmer in Victoria, die mit Längen von 0,9 bis 3,7 Metern die größten der Welt sind. Viele australische Spinnenarten sind giftig, so die Trichternetzspinnen und Rotrückenspinnen. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
![]() Benutzerdefinierte Suche
|