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Geschichte Australiens : Der Australische Bund
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Die Verfassung des Bundes spiegelte sowohl britische Traditionen als auch amerikanische Elemente wider. Es wurde zwar eine parlamentarische Regierung gegründet, die sich vor einem Zweikammerparlament zu verantworten hatte, aber die Bundesregierung erhielt nur speziell erlassene Machtbefugnisse. Das neue Repräsentantenhaus war wie das britische Unterhaus auf der Grundlage der Volksvertretung entstanden, während der neue Senat wie sein amerikanisches Ebenbild die Vertretung der Bundesstaaten sicherstellte. 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, in dem die künftige Hauptstadt, Canberra, neu aufgebaut wurde. Bis zum Einzug der Bundesregierung 1927 in Canberra war Melbourne vorübergehend Regierungssitz. Im 1. Weltkrieg unterstützte Australien Großbritannien und entsendete mehr als 330 000 Freiwillige, von denen über 60 000 fielen und etwa 165 000 verwundet wurden. Die stärksten Verluste erlitten die so genannten ANZAC-Truppen während der Gallipoli-Kampagne 1915. Bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 (siehe Pariser Vorortverträge) war Australien durch Premierminister William Morris Hughes vertreten. 1920 wurde Australien Vollmitglied im Völkerbund und erhielt wenig später das Mandat über die ehemals deutschen Kolonien Neuguinea sowie das Bismarck-Archipel.

Die Zeit zwischen den Kriegen
1923 wurde Stanley Melbourne Bruce, politischer Führer des konservativen Flügels der National Party, zum neuen australischen Premierminister gewählt. Die Country Party, die 1919 als patriotisch-konservative Bewegung zum Schutz der Interessen von Farmern und Viehzüchtern ins Leben gerufen worden war, schloss sich einer Koalition der Nationalisten an. In der Opposion stand die Labor Party, die ihre Sozialpolitik neu definieren musste. Um das Produktions- und Expansionsniveau zur Zeit des 1. Weltkrieges aufrechtzuerhalten, bemühte sich die Regierung um die Bildung und Förderung wichtiger Grundindustrien. Aber die Weltwirtschaftskrise 1929 hatte auch für Australien Folgen.

Sie bewirkte tief greifende Einschnitte in das australische Wirtschaftsgleichgewicht und führte in einer Zeit, die durch hohe Arbeitslosenquoten geprägt war, zu einer immer stärkeren Staats- und Privatverschuldung. In der Konsequenz kam es auch zu verschiedenen innenpolitischen Krisen.

Die Genesung des Landes von der Wirtschaftskrise, die in den Jahren 1929 bis 1931 von James H. Scullin und der Labor Party eingeleitet und vorangetrieben wurde, ging sehr unausgewogen vonstatten. Die Uneinigkeit über die Regierungspolitik führte zu erneuten Absplitterungen innerhalb der Labor Party. Die Regierung löste sich 1931 auf, und bis zum Ende der dreißiger Jahre übernahm die United Australia Party, die sich aus ehemaligen Parteimitgliedern der National Party und der Labor Partykonstituierte, unter dem Vorsitz von Joseph A. Lyons die Regierungsmacht.

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Krise unternahm Australien zunächst den Versuch, den Handel zwischen dem britischen Mutterland und den britischen Herrschaftsgebieten sowie Dominions neu anzukurbeln. Bereits in den zwanziger Jahren gehörten jedoch auch Japan und die USA zu den wichtigen Handelspartnern – sie waren u. a. Hauptimporteure australischer Wolle. Entgegen seinen Eigeninteressen bemühte sich Australien zum Teil auf Kosten seiner Handelsbeziehungen zu Japan um die Wiederherstellung und Verstärkung des Handels mit Großbritannien. Im Völkerbund und innerhalb des britischen Commonwealth neigte die australische Regierung auch zur Unterstützung der Beschwichtigungspolitik, um einen Krieg mit den faschistischen Mächten zu verhindern.
Der 2. Weltkrieg

Als 1939 in Europa erneut Krieg ausbrach, entsandte Australien seine Streitkräfte zur Unterstützung Großbritanniens. Nach dem Ausbruch des Pazifikkrieges zwischen Japan und den USA 1941 und nachdem Großbritannien nicht in der Lage war, die Verteidigung Australiens ausreichend zu unterstützen, ging Australiens neue Labor-Regierung unter der Führung von John Joseph Curtin ein militärisches Bündnis mit den USA ein. Bis zur Befreiung der Philippinen diente das australische Festland der amerikanischen Pazifikstreitmacht unter General Douglas MacArthur als militärische Operationsbasis. Die Australier waren infolge der Furcht vor einer drohenden japanischen Invasion psychologisch viel stärker von den Kriegshandlungen betroffen. Die australische Wirtschaft schwenkte schwerpunktmäßig wieder in die Richtung der verarbeitenden Industrie um. Die Nachkriegsentwicklung baute auf den Grundlagen auf, die der Krieg geschaffen hatte.

John Curtin
John Curtin
Die Verluste auf australischer Seite (30 000 Gefallene, 65 000 Verletzte) waren bei weitem nicht so hoch wie beim 1. Weltkrieg. Curtin starb 1945. Die neue Labor-Regierung unter Joseph Benedict Chifley bestärkte die australisch-amerikanische Beziehung durch den Militärpakt ANZUS für gegenseitige Unterstützung, an dem Neuseeland als dritter Partner beteiligt war. Als Gründungsmitglied der Vereinten Nationen stimmte Australien der Entkolonialisierung der Inseln im Pazifik und der politischen Wegbereitung zur Entlassung Papua-Neuguineas in die Unabhängigkeit zu; sie erfolgte 1975. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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