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Russische Geschichte : Der Aufstieg Moskaus (1242-1547)
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Die Stadt Moskau, 1147 von Jurij Dolgorukij als Grenzfestung des Fürstentums Wladimir-Susdal gegründet, lag geographisch günstig an den Haupthandelsstraßen. 1261 übergab Alexander Newskij Moskau an seinen jüngsten Sohn Daniel, der zum Ahnherr der Moskauer Linie der Rurikiden wurde. Als Günstlinge der Tataren weiteten die Moskauer Fürsten ihren Besitz allmählich aus, indem sie umliegende Territorien annektierten. 1328 wurde Daniels Sohn Iwan I. Danilowitsch, genannt Kalita („Geldbeutel”), seit 1325 Fürst von Moskau, auch Großfürst von Wladimir. Er scheint den Metropoliten der russischen Kirche veranlasst zu haben, seinen Sitz von Twer nach Moskau zu verlegen, wo er dann auch bleiben sollte. So begannen die Moskauer Fürsten mit Zustimmung der Kirche, der einzigen gesamtrussischen Institution, mit der beharrlichen, aber nicht von Rückschlägen verschonten „Sammlung russischer Erde”. Feldzüge gegen die benachbarten konkurrierenden Fürstentümer konnten zunächst ohne die Unterstützung tatarischer Truppen nicht erfolgreich sein, etwa gegen Twer 1327 und Smolensk 1339/40. Seit Iwan I. nannten sich die Fürsten von Moskau „Großfürsten der gesamten Rus”, d. h. von ganz Russland; dieser Titel war zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr Anspruch als Wirklichkeit. Iwan I. gelang es immerhin, sein Fürstentum im Innern zu konsolidieren, einen gewissen Wohlstand zu sichern und diesen dazu zu nutzen, das Moskauer Territorium durch Landkauf, aber auch durch geschickte Heiratspolitik zu vergrößern.

Im Westen stand diesen Bestrebungen das immer weiter expandierende Litauen (ab 1386 in Personalunion mit Polen verbunden) entgegen, das bis Anfang des 15. Jahrhunderts die west- und südwestrussischen Gebiete unter seine Kontrolle brachte (z. B. 1362 Kiew, 1404 Smolensk) und zeitweise über ein Territorium gebot, das von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reichte.

Andererseits schwächten ab Mitte des 14. Jahrhunderts innere Konflikte das Khanat der Goldenen Horde. Diese Schwäche nutzte Großfürst Dmitrij Donskoj (1350-1389), ein Enkel Iwans I. Er führte den ersten erfolgreichen Aufstand gegen die Tataren und errang 1380 auf dem Schnepfenfeld (Kulikowo pole) am Ufer des oberen Don einen bedeutenden Sieg (daher auch der Beiname Donskoj: „vom Don”). Diese Niederlage brachte die Tataren endgültig in die Defensive, und Moskau wurde immer stärker.

Die Eroberung von Konstantinopel 1453 durch die Osmanen war nicht nur für die abendländische Geschichte, sondern auch für Russland ein epochales Ereignis, betrachtete sich die russisch-orthodoxe Kirche mit Moskau als Zentrum doch nun als legitime Verwalterin des rechtgläubigen Christentums byzantinischer Prägung.

Die russische Orthodoxie hatte schon vorher ihre Selbständigkeit durchgesetzt, als sie sich weigerte, die vor dem Hintergrund der türkischen Bedrohung geschlossene Kirchenunion mit dem lateinischen Westen (Florenz 1439) anzuerkennen, und 1448 auf einer Bischofssynode erstmals selbst einen Metropoliten (ab 1458 für ganz Russland) wählte, ohne das Einverständnis des ökumenischen Patriarchen einzuholen. Auch der doppelköpfige byzantinische Adler wurde in das Moskauer Staatswappen aufgenommen. Das „heilige Russland” trat als das „Dritte Rom” die Nachfolge des untergegangenen Konstantinopel („Zweites Rom”) an. Die Heirat des Großfürsten Iwan III. Wassiljewitsch (1462-1505) mit Zoë Sophia (1472), der Nichte des letzten byzantinischen Kaisers, untermauerte diesen religiös-symbolischen Akt noch dynastisch.

Der Großfürst selbst beanspruchte den Titel eines Zaren (ab 1473); er herrschte als von Gott eingesetzter Souverän autokratisch und nicht als Oberhaupt des Adels. Iwan III. machte sich faktisch zum Herren über Russland, indem er die (nicht unter litauischer Oberhoheit stehenden) Teilfürstentümer zerschlug; wichtige Stationen waren dabei 1478 die Unterwerfung der reichen Handelsrepublik Nowgorod und 1485 des langjährigen Rivalen Twer. 1480 nutzte Iwan die Schwäche der Goldenen Horde, die seit 1430 in mehrere unabhängige Khanate zerfallen war: Er weigerte sich, den jährlichen Tribut zu entrichten und sich am Hof in Sarai einzufinden. Ein Tatarenheer zog daraufhin an die Grenze des moskowitischen Fürstentums, um die Zahlung zu erzwingen, wich einer militärischen Konfrontation aber aus und zog wieder ab. Das Jahr 1480 wird daher als das Ende der Tatarenherrschaft angesehen.

Iwan konnte nun seine Aufmerksamkeit dem Westen zuwenden. Während die Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Orden um Livland nicht von Erfolg gekrönt waren, gelang es Iwan, Polen-Litauen bis 1503 einen Großteil des von orthodoxen Slawen (Ukrainern, Weißrussen) bewohnten Grenzlandes zu entreißen. Sein Sohn Wassilij III.

Iwan I. Danilowitsch
Iwan I. Danilowitsch. Wikipedia
Iwanowitsch (1505-1533) setzte die aggressive, gegen Westen gerichtete Expansionspolitik seines Vaters fort; 1510 annektierte er Pleskau (Pskow) am Peipussee, 1514 Smolensk und 1521 das nominal unabhängige Großfürstentum Rjasan. Die kontinuierliche Erweiterung des Moskauer Territoriums war im Innern von der formellen Bekräftigung der autokratischen Herrschaft begleitet. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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