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Aufarbeitung des Pol-Pot-Regimes
Fotografien Kambodschas

Nach dem Ende der Roten Khmer 1998 empfahlen die Vereinten Nationen zur Aufarbeitung und Verfolgung der Menschenrechtsverbrechen des Pol-Pot-Regimes die Errichtung eines internationalen Tribunals, was jedoch bei Hun Sen, selbst einige Zeit Kommandant der Roten Khmer, auf wenig Resonanz stieß. Seinen Gegenvorschlag, nämlich die Verurteilung der Verantwortlichen vor einem nationalen Gericht, lehnten die Vereinten Nationen ab. Nach langwierigen Verhandlungen und Kompromissen auf beiden Seiten einigten sich die kambodschanische Regierung und die Vereinten Nationen im Juni 2003 auf die Errichtung eines in Phnom Penh angesiedelten Rote-Khmer-Sondergerichts, offiziell Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC) genannt, das sich mehrheitlich aus kambodschanischen Richtern zusammensetzt, in dem aber die nicht kambodschanischen, von den Vereinten Nationen gestellten Richter über ein Vetorecht gegen ihrer Auffassung nach unangemessene Urteile verfügen.

Weitere drei Jahre später, im Juli 2006, wurden schließlich die 17 kambodschanischen und zehn ausländischen Richter vereidigt. Und nachdem man sich schließlich auch auf eine Verfahrensordnung geeinigt hatte, konnte das Sondergericht im Juli 2007 mit dem Verhör des ersten Angeklagten Kang Kek Leu, genannt Duch, offiziell die Arbeit aufnehmen. Duch soll als Leiter eines Gefängnisses in den Jahren 1975 bis 1979 für die Folterung und Ermordung von mindestens 15 000 Menschen verantwortlich gewesen sein. In den folgenden Monaten wurden weitere vier hochrangige Verantwortliche des Regimes verhaftet und vom ECCC wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt: Nuon Chea, der Chefideologe der Roten Khmer, Ieng Sary und seine Frau Ieng Thirith,

Außenminister und Sozialministerin des Regimes, sowie Khieu Samphan, von 1976 bis 1979 Staatsoberhaupt und engster Vertrauter von Pol Pot. Mit ihnen stand nun die gesamte noch lebende Führungsriege der Roten Khmer vor Gericht. Dass sie alle bis zu ihrer Verhaftung völlig unbehelligt in Kambodscha gelebt hatten und dass sich die Errichtung des Tribunals jahrelang hinzog, ließ den Schluss zu, dass interessierte Kreise absichtlich die Aufarbeitung der Verbrechen des Regimes verzögerten, um frühere Mitstreiter vor dem Gericht zu bewahren. "Kambodscha," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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