Geschichte von Israel : Die Ära Begin (1977-1983)
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Fotografien Israel |
Bei den Wahlen von 1977 verlor die Arbeitspartei als Spätfolge des Jom-Kippur-Krieges und der anschließenden Krisen ihre Position als stärkste Partei in der Knesset an den rechten Likud-Block. Neuer Ministerpräsident wurde der Likud-Vorsitzende Menachem Begin. Gegen die weiterhin hohe Inflation und die Folgen der hohen Verteidigungsausgaben fand auch Begin kein wirtschaftspolitisches Rezept. Als erster israelischer Staatschef trat Begin in Friedensverhandlungen mit den arabischen Staaten ein. Auslöser dieser Entwicklung war eine Initiative des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat, der aus der antiisraelischen Koalition der arabischen Länder ausgeschert war, im November 1977 nach Jerusalem reiste und in einer Rede vor der Knesset Friedensgespräche anbot. |
Verhandlungen zwischen Begin und Sadat in Camp David (Maryland, USA), die auf Vermittlung von US-Präsident Jimmy Carter zustande gekommen waren, führten schließlich am 26. März 1979 in Washington D.C. zur Unterzeichnung eines ägyptisch-israelischen Friedensvertrags. Der Vertrag verpflichtete Israel u. a. zur Räumung der Sinai-Halbinsel, sparte jedoch zahlreiche Problempunkte aus, die sich weiterhin als konfliktträchtig erweisen sollten – vor allem die Zukunft der besetzten Gebiete im Westjordanland und im Gazastreifen und das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge. |
Begin und Sadat erhielten für ihre Friedensbemühungen 1978 den Friedensnobelpreis. Die Parlamentswahlen vom Juni 1981 gewann erneut der Likud-Block unter der Führung Begins, aber nur mit knapper Mehrheit. Kurz zuvor hatten israelische Bomber im Irak Nuklearanlagen zerstört, in denen nach israelischen Erkenntnissen angeblich Atomwaffen für einen Angriff auf Israel produziert wurden. Auch die Annexion der syrischen Golanhöhen im Dezember 1982 strapazierte die Beziehungen Israels zu seinen Verbündeten. Trotz dieser Entwicklung und den Komplikationen, die durch die Ermordung Sadats im Oktober 1981 entstanden waren, zog sich Israel gemäß den Friedensvereinbarungen von Camp David im April 1982 von der Sinai-Halbinsel zurück. |
Zwei Monate später begann Israel die Operation „Frieden für Galiläa”, eine Invasion in den Libanon, der zum wichtigsten Stützpunkt der PLO geworden war, seit sie 1970 aus Jordanien vertrieben worden war. |
Ungeachtet des ursprünglichen Zieles, der PLO die Basis zu entziehen und sie außer Stande zu setzen, vom Südlibanon aus Angriffe auf den Norden Israels unternehmen zu können, und eine 40 Kilometer tiefe Sicherheitszone einzurichten, stießen die israelischen Truppen unter dem Kommando von Verteidigungsminister Ariel Sharon bis Beirut vor, schlossen den Westteil der Stadt ein und setzten Westbeirut wochenlang ununterbrochen schweren Angriffen aus. Nachdem die PLO-Kämpfer aufgrund eines von den Vereinten Nationen vermittelten Abkommens aus Westbeirut abgezogen waren, besetzte das israelische Militär Westbeirut und ließ dort im September 1982 ein Massaker der mit Israel verbündeten Milizen der christlichen Phalange-Partei in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila zu, bei dem mehr als 2 000 Zivilisten getötet wurden. |
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Menachem Begin |
Nach seinem Rückzug aus Beirut hielt Israel weiterhin eine 10 bis 20 Kilometer breite „Sicherheitszone” im Südlibanon besetzt – eine Politik, die bis Ende der neunziger Jahre hohe Kosten und innenpolitische Konflikte verursachte. Mit dem Libanonkrieg zog sich Israels Regierung heftige internationale Kritik zu und provozierte massive Protestbewegungen im eigenen Land, selbst innerhalb der Armee. Anfang 1983 wurde Verteidigungsminister Sharon wegen Kompetenzüberschreitung in der Kriegsführung entlassen. "Israel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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