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Geschichte Griechenlands : Antikes Griechenland : Das archaische Zeitalter (800-500 v. Chr.)
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Nach dem Ende der großen Wanderbewegungen begann sich ein gesamtgriechisches Bewusstsein zu entwickeln. Die Griechen bezeichneten sich selbst als Hellenen. Dieser Name geht nach Homer auf einen im Süden Thessaliens lebenden Stamm zurück. Die Bezeichnung Griechen, die später von anderen Völkern benutzt wurde, ist von Graecia, dem lateinischen Namen eines hellenischen Stammes aus dem Gebiet des Epirus, abgeleitet. Vermutlich handelte es sich um jenen griechischen Stamm, mit dem die Römer als erstem in Kontakt standen.

Das Gemeinschaftsbewusstsein der Hellenen kam u. a. in ihrer Abrenzung gegenüber den nicht griechischsprachigen Völkern, den so genannten Barbaren, zum Ausdruck, vor allem aber auch in der gemeinsamen griechischen Religion (siehe griechische Mythologie). Wichtigstes gesamtgriechisches Heiligtum war das Orakel von Delphi („der Nabel der Welt”). In Verbindung mit religiösen Kultfeiern bildeten sich verschiedene panhellenische Feste heraus, wie die Isthmischen, die Pythischen, die Nemeischen und die Olympischen Spiele. Die bedeutendsten waren die Olympischen Spiele, deren Siegerlisten seit dem Jahr 776 v. Chr. überliefert sind. Ob in diesem Jahr auch die ersten Spiele stattfanden oder ob die Spiele noch weiter zurück datieren, ist allerdings ungewiss.

Mit dem archaischen Zeitalter, das nach der ersten griechischen Kunstepoche datiert wird, bildet sich die entscheidende gesellschaftliche Organisationsform der griechischen Kultur der Antike heraus, die Polis (Stadtstaat). Die Bedeutung des Wortes Polis ist vielfältig: geschlossene Siedlung, Stadt oder Burg. Von ihrem Ursprung her war die Polis wahrscheinlich eine bäuerliche Siedlungsgemeinschaft. Später führte die Entwicklung von Handel und Handwerk zu verschiedenen Polis-Typen. Als politische Gemeinschaft bildeten Mitglieder der Polis einen rechtlichen Personenverband, der seine inneren Angelegenheiten nach eigenen Gesetzen regelte. Ihre Grundlage war das Privateigentum der Mitglieder an Grund und Boden.

Zugleich waren die Mitglieder der Polis eine Abstammungsgemeinschaft, die sich von niedergelassenen Fremden (Metöken) und Sklaven abgrenzte. Die Polis umfasste nicht allein das städtische Zentrum, sondern gleichberechtigt auch das Umland und seine Bewohner. An der Spitze der Polis stand ursprünglich ein König. Diese frühen Polis-Könige sind die Helden der Epen Homers. Ihre Macht innerhalb der Polis beruhte wahrscheinlich weniger auf einem adligen Standesprivileg als auf wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Autorität. Die entwickelte Polis zeichnete sich durch eine starke soziale Differenzierung in Grundbesitzer, Bauern, Handwerker, Kaufleute und Tagelöhner aus.

Übervölkerung und die resultierende Nahrungsmittelknappheit sowie der sich entwickelnde Fernhandel lieferten die Motive für den griechischen Kolonisationsdrang im 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. Die Siedlungsexpansion dieser Ära, auch als Große Kolonisation bezeichnet, führte zur Verbreitung der Polis im Mittelmeer sowie im Schwarzen Meer. Zahlreiche Kolonien entstanden in Sizilien und im Süden der italienischen Halbinsel (u. a. Neapel). Hier wurden so viele griechische „Pflanzstädte” gegründet, dass das Gebiet den Namen Magna Graecia (Großgriechenland) erhielt. Auch Marseille und Byzanz verdanken ihre Gründung der Großen Kolonisation. Eine neu gegründete Polis bildete keine Erweiterung des Machtbereichs der Mutterstadt, sondern eine neue selbständige Gemeinschaft. Sie war der Mutterstadt einzig in Kult und Verfassung verpflichtet. Das Königtum wurde zwischen 800 und 650 v. Chr. fast überall durch Oligarchien (griechisch: die Herrschaft weniger) ersetzt, in

Großgriechen land
Großgriechen land. Encarta
denen die Macht in Händen einer kleinen Gruppe von Adligen lag. Um 650 v. Chr. wurden die Oligarchien ihrerseits von Tyrannen abgelöst. Die Bezeichnung Tyrann verweist ausschließlich darauf, dass der Herrscher die Macht unrechtmäßig erlangt hatte; die Regierung war nicht grundsätzlich diktatorisch. Viele Tyrannen, die sich (zunächst) auf die unterprivilegierten Schichten stützten und die Vorherrschaft des Adels brachen, waren herausragende Führungspersonen, z. B. Periander von Korinth oder Gelon von Syrakus.
Die Schrift hatten die Griechen bereits im 11. Jahrhundert v. Chr.von den Phöniziern übernommen und den Erfordernissen der griechischen Sprache angepasst. Die älteste überlieferte griechische Inschrift stammt von circa 750 v. Chr. Infolge der aufstrebenden politischen und wirtschaftlichen Entwicklung erlebte die hellenische Kultur während der archaischen Epoche eine erste Blütezeit. In den Wissenschaften erweiterten der Philosoph Anaximander, der Mathematiker Pythagoras und der Astronom Thales die Erkenntnisse. "Griechenlands," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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